Die Mühleisen-Orgel (1987)

Orgel St. Johannes Backnang, Foto: EK Service Bartholdt

Orgel der Manufactur Muhleisen (Strassbourg), von 1987

Mit der Schaffung einer hauptamtlichen Kirchenmusikerstelle kam in den 80er Jahren bald der Wunsch nach einem angemessenen Instrument auf, das den Ansprüchen der regen kirchenmusikalischen Tätigkeit des damaligen Dekanatskantors Klaus Rothaupt entsprechen konnte.

Das heutige Instrument verfügt über eine rein mechanische Bauweise, d.h. sowohl die Pfeifenventilsteuerung als auch die Registersteuerung erfolgt auf rein mechanischem Wege. Zusätzlich steht dem Organisten ein Setzer zur Verfügung, der beliebige Registerkombinationen auf elektronischem Wege abrufbar macht.

Klanglich ist die Orgel an dem Musik ihres Herkunftslandes orientiert: Das Hauptwerk und das (Rück-) Positiv beinhalten die typischen Register der klassischen französischen Barockorgel mit ihren charakteristischen Zungenregistern und Cornetten. Das große Schwellwerk ist eine französisches „Recit“, das in der Romantik durch den berühmten Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll seine typische Ausprägung erfuhr. Mit allein fünf Zungenregistern, der überblasenden „Flûte harmonique“ und der Streicherschwebung „Voix célèste“ stellt es alle Register zur Verfügung, die für die Darstellung der Musik von Guilmant über Franck und Widor bis zu Messiaen benötigt werden.

Die Disposition enthält insgesamt 43 Register, davon 8 Wechselschleifen zwischen Récit und Pedal.

Disposition

I. Manual, Positif
Montre 8′
Bourdon 8′
Prestant 4′
Flûte à cheminée 4′
Nazard 2 2/3′
Quart de Nazard 2’
Tièrce 1 3/5′
Larigot 1 1/3′
Cymbale III 1′
Cormorne 8

II. Manual, Grand Orgue
Bourdon 16′
Montre 8′
Flûte à fuseaux 8′
Prestant 4′
Flûte 4′
Doublette 2′
Fourniture IV 1 1/3′
Cornet V ab g° 8’
Trompette 8′

III. Manual, Récit
Bourdon 16′
Flûte harmonique 8′
Salicional 8′
Voix célèste 8′
Prestant 4′
Flûte octaviante 4′
Flûte traversière 2′
Plein jeu IV-V 2′
Basson 16′
Trompette 8′
Hautbois 8′
Voix humaine 8′
Clairon 4′
Tremulant

Pedal
Flûte 16′
Bourdon 16′ (WS)
Flûte 8′
Flûte harmonique 8′ (WS)
Prestant 4′ (WS)
Flûte octaviante 4′ (WS)
Flûte traversière 2′ (WS)
Plein jeu 2′ (WS)
Posaine 16′
Trompette 8′ (WS)
Clairon 4′ (WS)

WS=Wechselschleife Schwellwerk

2304 elektronische Setzerkombinationen

Nachspiel to go auf YouTube

Die Link-Orgel (1894-1963)

Karl Rettenmaier, ca. 1952, Link-Orgel

Spieltisch der Link-Orgel von 1894, gespielt von Karl Rettenmaier, etwa 1952

Ihre erste Orgel erhielt die Kirche noch im Jahr ihrer Erbauung 1894. Leider gibt es von dem Instrument der Firma Link aus Heidenheim kein Bild. Die zwölf Register standen auf pneumatischen Kegelladen, d.h. die Steuerung der Wind- (=Luft-) Zufuhr in die Pfeifen erfolgte wiederum mit Hilfe von Luftdruck, der kleine kegelförmige Ventile derart anhob, dass der bereitstehende Wind in die Pfeifen strömen konnte. Dieses System dominierte die Orgeltechnik in der Zeit von ca. 1890 – 1930. Die Disposition, die Auflistung der Register der Orgel lautete wie folgt:

Typisch für die Zeit ist die relativ große Zahl an 8-füßigen Registern, die eine subtile Differenzierung der Klangfarbe zulässt, ohne höhere Oktavlagen zu benutzen.

Disposition

I. Manual, C-f“‘
Prinzipal 8′
Gamba 8′
Flöte 8′
Oktave 4′
Rohrflöte 4′
Mixtur 3- fach, 2 2/3

II. Manual, C-f“‘
Geigenprinzipal 8′
Salicional 8′
Lieblich Gedackt 8′
Fugara 4′

Pedal, C-d‘
Subbaß 16′
Oktavbaß 8′

Die Späth-Orgel (1963-1987)

Späth-Orgel, St. Johannes Backnang

Die Späth-Orgel von 1963

Die zweite Orgel wurde 1963 eingebaut. Ihr Erbauer war die Firma Späth aus Ennetach. Mit 15 Registern war sie etwas größer als das Vorgängerinstrument.

Die Traktur, die Verbindung von Taste und Pfeifenventil, war nun mechanisch. Sogenannte Abstrakten (hier aus Aluminium gefertigte Zugruten) übertrugen die Bewegung der Taste auf das Ventil. Diese mechanische Bauweise hatte sich über Jahrhunderte im Prinzip bewährt. Allerdings hatte man die Kunstfertigkeit „der Alten“ in den Sechzigerjahren noch nicht wiedererlangt. Auch die Materialien, die verwendet wurde, ließen zu wünschen übrig.

Die Disposition verrät die Vorliebe dieser Epoche für hellere Klangfarben.

Disposition

I. Manual, Hauptwerk
Prinzipal 8′
Salicional 8′
Oktav 4′
Rohrflöte 4′
Sesqualtera, 2 fach
Gemshörnle 2′
Mixtur, 4 fach

Manual, Schwellpositiv
Kammergedeckt 8′
Sifflöte 4′
Superoktave 2′
Scharff 3 fach
Rohrschalmey 8′

Pedal
Subbaß 16′
Oktavbaß 8′
Waldflöte 4′

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