Von Carsten Wriedt

„Das geht mir zu Herzen“, „Das liegt mir am Herzen“: eben die Herzensangelegenheit. Nicht nur wichtig, viel mehr. Da werden alle Sinne und Gefühle berührt, da bin ich persönlich engagiert, dass dieses Anliegen nicht ohne Weiteres von einem anderen Menschen so mitempfunden werden kann oder übernommen wird.

Das berühmte Herzklopfen kann freudige Erwartung oder angstvolle Erregung sein. Das Herz meldet sich und signalisiert unbestechlich, was mit mir los ist.

Darum gibt es auch die Situationen, dass Menschen das Herz bricht und sie daraufhin sogar versterben können. Dann wurde der Schmerz zu groß und die Lebenskräfte konnten ihn nicht überwinden.

Das Herz als Sitz der Liebe und der Zugänglichkeit spielt im biblischen Glauben eine große Rolle. „Verhärtet euer Herz nicht“, mahnt der Psalmist (Psalm 95,8). Denn dann erreicht euch keine Botschaft mehr, ihr könnt weder Gott noch die Menschen verstehen.

„Brannte uns nicht das Herz in der Brust?“ (Lukas 24,32) Die Jünger konnten es nicht erklären, nur spüren, was die Gegenwart Jesu mit ihnen gemacht hat. Bei allen gesprochenen Worten: Die eigentliche Botschaft der Liebe erreicht uns nicht über den Verstand, sie muss zu Herzen gehen.

Das ist eine Gnade der biblischen Botschaft, dass sie nicht nur den Klugen und Gelehrten zugänglich ist. Das wäre eine Hürde, die viele nicht nehmen könnten. Darum setzt Gott auf die Gefühle, auf die Sinnlichkeit, auf das „Unerklärliche“ im Leben. Seine Liebe kann man nur spüren. Die Liebe, die Menschen verbindet, kann niemand erklären – nur liebend erwidern.

So hat das „Herz“ seinen Platz im Festkalender der Kirche bekommen. Immer am dritten Freitag nach Pfingsten begeht die katholische Kirche das Hochfest des „heiligsten Herzens Jesu“, jeweils der erste Freitag im Monat ist der Herz-Jesu-Freitag und auch das „unbefleckte Herz Mariä“ wird am Tag nach dem Hochfest mit einem Gedenktag bedacht.

Wir sind Gottes Herzensangelegenheit, denn: „So sehr hast du die Welt geliebt, heiliger Vater, dass du deinen eingeborenen Sohn als Retter gesandt hast.“ (Hochgebet Nummer 4, vergleiche Johannes 3,16) Da darf und wird auch unser Herz brennen, entzündet durch die Liebe Gottes.

in: BKZ vom 06.06.2026