Von Carsten Wriedt

Ja, wie ist das nun mit dem dreieinigen Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ist das nun ein Gott oder sind es drei?

Eine schwierige Aufgabe, wenn wir es erklären wollen. Denn der Zugang zu diesem besonderen Gott in den drei göttlichen Personen gelingt nicht durch das intellektuelle Verstehenwollen, wie diese Einheit oder Dreiheit funktioneirt.

Der Weg zu Gott ist die Antwort auf seine Liebe. Auf Liebe antwortet man mit Liebe – so wie wir es glücklicherweise auch zwischen Menschen erleben können. Liebe verbindet, Liebe schafft Einheit und so bekommen wir einen Schlüssel dafür, was wir aber nur ahnen, niemals vollends erfassen können. Die besondere göttlliche Gemeinschaft bezieht sich weniger auf die „drei“, vielmehr auf die Einigkeit. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind untrennbar verbunden, sie sind eins. So wie man bei einem Ehepaar, erst recht nach vielen gemeinsamen Jahren, spüren kann, da sind zwar zwei Personen, aber sie handeln und leben als Einheit.

Gott will die Einheit unter und mit uns Menschen, die er in der Einheit mit Sohn und Heiliger Geist vorlebt. So verschieden, wie diese Personen sind, dürfen auch die Menschen ihre ganze Vielfalt, ihren Reichtum an Begabungen und Eigenschaften einbringen. Alles zusammen ist dann die Einheit, die communio. Vielleicht staunen wir manchmal, wie bunt es im Garten Gottes zugeht. Der Regenbogen ist dafür ein schönes Zeichen, enthält er doch alle Farben.

Wo Menschen einander in Liebe finden, da soll ein Mensch diese Liebe be- oder verurteilen. Menschliche Liebe ist immer die Weitergabe der göttlichen Liebe. Wer wollte Gottes Liebe Grenzen setzen?

Denn wahre Liebe führt dann zu der Einheit als Partner und Partnerinnen, als Familie und durchaus auch als Freunde und Freundinnen. Christliche Liebe wendet sich bedingungslos dem Nächsten zu, der eine Zuwendung braucht.

Der Evangelist Johannes überliefert das grundlegende Wort Jesu: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ (Johannes 17,21)

In der Entwicklung zu den neuen Strukturen der Kirche liegt die große Chance, das Einssein in veränderten Zusammenhängen zu entdecken.

in: BKZ am 30.05.2026