Von Carsten Wriedt
„Ich glaube“: So haben es erfreulich viele Christinnen und Christen mitgebetet in den österlichen Gottesdiensten. Ein Bekenntnis: „Ich“ mit meiner ganzen Persönlichkeit. Mein „Ich“ ist wichtig, „ich“ will gepflegt und geachtet werden, „ich“ habe Vorfahrt.
„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ So versucht der Hebräerbrief (11,1) Glauben zu erklären.
Habe ich brav mitgesprochen – oder ist mir die Tragweite dieser zwei Worte bewusst: „Ich glaube“? Würde ich diese beiden Worte auch an anderer Stelle klar und vernehmbar aussprechen? Im Glauben kann ich nicht in einem anonymen „wir“ untertauchen. Glauben ist die einmalige und persönliche Beziehung zu Jesus Christus, sie gibt mir Kraft, Trost und vor allem Hoffnung. Jesus geht mit. Mal zur Seite, mal still hinterher, mal vorweg – aber er ist immer da und spricht mir Mut zu: Es geht weiter. Das ist die Hoffnung, die befreit von den erdrückenden Zweifeln, zu denen viele Nachrichten dieser Welt verführen.
Glauben fordert aber auch heraus. In der aktuellen Entwicklung unserer Kirchen wird es manchen Perspektivwechsel brauchen, um zu spüren: Es geht weiter. Da wird es nicht mehr überall heißen können: „Kirche ist für mich da.“ Kirche braucht vor allem Menschen, die sagen: „Ich bin für die Kirche da.“ Für eine Kirche, die sich dort ereignet, wo Menschen sich in der Liebe Jesu begegnen.
Kirche wird überall dort sein, wo Menschen von ihrem Glauben erzählen. Im „Effata-Ritus“ der Taufe wird dem Täufling zugesprochen: „Er öffne deine Ohren und deinen Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst.“ Glauben kommt vom Hören. Bei den Kindern und bei den Erwachsenen. Immer wieder wechselt die Rolle, Hörender oder Bekennender zu sein.
In der österlichen Zeit finden Erstkommunion-, Firm- und Konfirmationsgottesdienste statt. Ein wichtiges Ritual für die Heranwachsenden, noch wichtiger ist die Zeit vorher und nachher: Wer ist es, der mir von sich erzählt: „Ich glaube“?
Das sagt uns 1. Petrus 3,15: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“
in: BKZ vom 11.04.2026
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