Von Klaus Herberts

Petra Anstalt ist gestorben und gerade im Paradies eingetroffen. Petrus gibt ihr eine kleine Führung zur Orientierung. Es gibt dort verschiedene Bereiche. In allen herrscht große Freude.

Eine Tür ist allerdings verschlossen und verbarrikadiert. Irritiert fragt Petra Anstand Petrus, was es damit auf sich habe. Petrus antwortet ihr: „Hinter der dicken Tür befindet sich ebenfalls ein Bereich des Paradieses. Die Gruppe, die dort lebt, ist allerdings davon überzeugt, die einzige zu sein, die auf Gottes Wegen gewandelt und ins Paradies gekommen sei. Sie möcht dabei nicht gestört werden.“

Im 1. Korintherbrief mahnt Paulus die Christen der Urkirche (und heute) zur Einheit: „Seid alle einmütig und duldet keine  Spaltungen unter euch, seid vielmehr eines Sinnes. Es wurde mir nämlich berichtet, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus – ich zu Apollos – ich zu Kephas – ich zu Christus. Ist denn Christus zerteilt? Seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?“ (1 Kor 1, 10-13 in Auszügen)

Wir sind nicht auf Petrus, Paulus, Johannes, Menno Simons, John Wesley, Martin Luther, Johannes Calvin, Johann Gerhard Oncken, Johan Oscar Smith, Heinrich Coerper … getauft, sondern alle auf den dreieinigen Gott.

Um an der Einheit der Christinnen und Christen in Vielfalt zu arbeiten, wurde vor 30 Jahren, am 29. März 1996 – am Freitag vor Palmsonntag, den wir ja morgen begehen – die ACK Backnang, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, gegründet. Die Mitglieder der ACK glauben an Jesus Christus als das Haupt der Kirche und den Herrn der Welt. Ihre Grundlage ist das Wort Gottes, wie es die Heilige Schrift bezeugt.

Die ACK will das gegenseitige Verständnis fördern und gemeinsam Zeugnis von der Botschaft Jesu Christi geben: beim Straßenfestgottesdienst, beim Gottesdienst im Gedenken verstorbener Kinder (Weltweites Kerzenleuchten), bei den Backnanger Bibel-Brücken…

Es führen nicht nur viele Wege nach Rom, sondern noch mehr Wege zu Gott. Wie schön, dass wir das heute als bereichernde Vielfalt erleben können und einander nicht mehr abwerten. Erzählen wir doch einander von unserem Glauben und hören wir einander dabei respektvoll zu – gerade auf dem Weg auf Ostern zu.

in: BKZ 28.03.2026