Von Josef Klein
In den beiden Gottesdiensten an diesem Sonntag werden die katholischen Kirchengemeinden Christkönig und St. Johannes in Backnang als „Faire Gemeinden“, nachhaltig und gerecht, durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgezeichnet. Damit wird honoriert, dass die Gemeinden bei Veranstaltungen fair gehandelten Kaffee ausschenken und beim Kauf von Geschenken auf lokalen Bezug (zum Beispiel Honig und Wein aus der Region) achten. Außerdem versuchen sie bei Veranstaltungen Müll zu vermeiden. Schon seit Jahren beziehen sie Ökostrom für die kirchlichen Gebäude.
Auch nach der Verleihung der Auszeichnung überlegen sie weiter, wie sie das Gemeindeleben fairer und nachhaltiger gestalten können.
Das Projekt „Faire Gemeinde“ ist eine Initiative der evangelischen und katholischen Kirche in Württemberg mit noblem Ziel: Wenn Kirchengemeinden fair und nachhaltig handeln, tragen sie dazu bei, dass Menschen weltweit in Würde leben können und Gottes Schöpfung bewahrt wird, auch für zukünftige Generationen. Dazu motiviert auch der Glaube, dass Gott dem Menschen einen Wohnsitz im Garten von Eden gab, „damit er ihn bearbeite und hüte“ (Genesis 2,15). Das Bild vom Garten macht deutlich, wie reichhaltig die Erde ist: bunt wie eine Streuobstwiese im Sommer, wenn die Blumen blühen und die Bienen und Vögel sich tummeln. Reich an Erträgen zur Erntezeit. Mehr noch: mit Luft und Wasser, die wir zum Leben brauchen, aber auch mit Bodenschätzen für unser Wirtschaften.
Doch es wird immer deutlicher, dass wir Menschen dieser Erde zuviel zumuten: Mit der Ausbeutung natürlicher Ressourcen werden weltweit Menschenrechte verletzt und die Natur zerstört. Der Klimawandel und die Gefahr von sich schnell verbreitenden Pandemien verstärken diese Entwicklung noch. Angesichts dieser Bedrohungen resignieren Christinnen und Christen nicht, sondern zeigen, wie faires Handeln und Klimaschutz auch mit kleinen Schritten möglich sind. Sie stehen damit in der Tradition der biblischen Propheten und hoffen auf das Versprechen Gottes: „Seht, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5)
in: BKZ vom 14.03.2026
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