Von Klaus Herberts

An diesem Wochenende findet im Backnanger Freibad das Peace-4-Ukraine-Festval statt.

„Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.“ Mit diesen Worten aus dem Ersten Brief an Timotheus beginnt die neutestamentliche Lesung an diesem Sonntag im katholischen Gottesdienst überall auf der Welt.

Angesichts des Krieges in der Ukraine, der Bedrohung des Kernkraftwerks Saporischschja, der chinesischen Aggressionen gegen Taiwan sowie Unfrieden in vielfältiger Form auf der ganzen Erde kann man sich ohnmächtig fühlen.

Dagegen bewegt sich christliches Leben zwischen zwei Polen: zwischen „actio“ und „contemplatio“, zwischen Handeln sowie Stillwerden und die Antenne auf Gott ausrichten.

So haben wir einerseits die Möglichkeit, „für alle Menschen“ zu beten: sowohl für die Verantwortlichen, Mächtigen, Despoten als auch für ihre ohnmächtigen Opfer.

Das Friedensgebet der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Backnang am Sonntagnachmittag (16.30 Uhr) im Freibad bietet neben dem täglichen 12-Uhr-Friedensläuten eine von vielen Möglichkeiten dazu. Beten bedeutet nach Johann Baptist Metz nicht nur, in Beziehung zu Gott zutreten, sondern ebenfalls zu den Mitmenschen, für die wir beten. Christentum und Christentun gehören zusammen: Nächstenliebe und Sorge für die Nächsten.

Einen dritten Gedanken finde ich, ehrlich gesagt, den schwierigsten: Friede beginnt immer bei mir, im Kleinen. Der Ukrainekrieg hat Gräben zwischen Familienmitgliedern, Nachbarn, Kollegen und Bekannten aufgerissen. Welchen Beitrag leiste ich, Brücken zu bauen?

Und wie verhalte ich mich bei all den alltäglichen Streitigkeiten? Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens!

aus: BKZ vom 17.09.2022