Von Wolfgang Beck

Wir leben in einer spannenden Zeit: Krieg in der Ukraine, Waffengeklimper in China und Taiwan und vielleicht angesteckt davon von Erdogan gegen die griechischen Inseln. Vor uns liegt ein Herbst mit deutlichen Verteuerungen, beginnender Inflation und wachsenden sozialen Spannungen. Manche rechnen mit ein paar Tagen Stillstand und dem Zusammenbruch unseres Energiesystems für ein paar Tage. Aber es stehen doch auch die Klimakrise und Energiewende an. Werden wir hier die Krise meistern und wird nicht nur die Politik, sondern auch wir selbst ein paar entscheidende Schritte tun? Werden wir wieder zurückfinden in Zeiten von Glasnost und Perestroika Gorbatschovs und Entspannung?

Dabei müssen die normalen Bürger eines Landes und auch viele Familien und Einzelne bei uns sich bereits jetzt nach der Decke strecken und können nicht voraus-, nur mitgehen. Spannende Zeiten. Und dann die Frage: Steht Gott hinter der Menschheitsgeschichte und führt am Ende doch noch alles zum Guten? Und müssen wir Optimisten, Realisten oder Pessimisten sein? Und für welches Zenario entscheidet sich ein Realist?

Leiden und Leid gab es immer schon auf dieser Welt. Wir können also nicht darauf hoffen, dass wir ungeschrammt diese Zeit durchschreiten. Aber es passiert nicht immer nur Unglück, oft und mehr noch auch Glück. Wichtig ist vielleicht, dass wir uns getragen wissen, ob Glück oder Unglück passiert. Menschliches Leben darf nicht ins Chaos führen. Dafür kann der Name Gottes stehen. Vielleicht hat doch alles einen Sinn und ein Ziel. Unser Schicksal ist verbürgt in ihm. Freilich, wenn wir daran glauben oder wenn wir auch nicht glauben, dann müssen wir einander beistehen.

Solidartät, aber auch Gemeinwohl werden wieder neu in unsere Gemeinschaftsbücher hineingeschrieben werden müssen, für mich persönlich gehört dann auch noch das Wort Subsidiarität dazu; alle drei Begriffe entstammen der katholischen Soziallehre. Subsidiarität meint, dass Entscheidungen immer auf der unterst möglichen Ebene gefällt werden. Ich wünsche Ihnen, dass Sie optimistisch in diesen Herbst hineingehen und sich auf jeden Fall getragen wissen.

aus: BKZ vom 10.09.2022