Von Wolfgang Beck

Im Moment spüre ich schon ein wenig Aufbruchstimmung, wenn man so will den Frühling in der gesellschaftlichen Situation. Aber es ist ein unsicherer Frühling, das merken wir alle. Die Coronazahlen sind wieder ein wenig nach oben gegangen, der Ukrainekrieg fordert von unserem Land auch eine stärkere Beteiligung, andererseits gewöhnen wir uns gerade an diese Debatte, die Inflation steigt, die Umweltproblematik müssen wir dringend entschlossen angehen und wir sind wirtschaftlich unsicher.
Dennoch sehnen wir uns nach Frühling, danach, draußen sein zu können, nach Kontakten und Normalität, auch nach wirtschaftlichem Aufschwung. Sehnsucht, Frühlingsgefühle und Unsicherheit, schließlich Befürchtungen mischen sich als Lebensgefühl.
Noch ist es einigermaßen erträglich. Wird es so bleiben, wird es besser oder haben die Unheilspropheten recht? Wir brauchen Sicherheiten, Verlässlichkeit und auch ein wenig Wohlstand.
Das rührt für mich schon ein wenig an die Fragen nach dem Letzten. Gibt es einen Gott, der trägt? Mich tröstet die Erfahrung, die ich immer wieder in meinem Leben mache, aber auch das, was ich erlebe, etwa wenn Menschen mir in Trauergesprächen erzählen, dass es am Ende und immer doch irgendwie passt oder so sein musste. Das hat für mich mit Gott zu tun.
Dass Gott da ist, dass ich deshalb im Letzten geborgen bin und mich deshalb auch nach außen orientieren darf, ja im Blick auf die Mitmenschen und die Gesellschaft sogar muss, das feiern wir in Gottesdiensten, wir Katholiken im Moment in der Erstkommunion, dann Ende Mai auch im Katholikentag.
Wir feiern das auch weltlich in den ersten Festen des Jahres, die wieder stattfinden, aber auch in der vertrauensvollen und richtigen Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine oder sonst woher. Wir dürfen Hoffnung haben, das ist unser Glaubensbekenntnis, ein Tun und ein Grund zum Festen und um sich zu freuen.

aus: BKZ vom 30.04.2022