Nachspiel to go zum 5. Fastensonntag Johann Sebastian Bach, An Wasserabflüssen Babylon à 2 claviers et pédale, BWV 653 Reiner Schulte an der Kreisz-Orgel (1997) in der Kath. Christkönigskirche Backnang.

1. An Wasserflüssen Babylon,
   Da saßen wir mit Schmerzen;
   Als wir gedachten an Sion,
   Da weinten wir von Herzen;
Wir hingen auf mit schwerem Mut
   Die Orgeln und die Harfen gut
   An ihre Bäum der Weiden,
   Die drinnen sind in ihrem Land,
   Da mussten wir viel Schmach und Schand
   Täglich von ihnen leiden.


2. Die uns gefangen hielten lang
So hart an selben Orten
Begehrten von uns ein Gesang
Mit gar spöttlichen Worten
Und suchten in der Traurigkeit
Ein fröhlichn Gsang in unserm Leid
Ach lieber tut uns singen
Ein Lobgesang, ein Liedlein schon
Von den Gedichten aus Zion,
Das fröhlich tut erklingen.

3. Wie sollen wir in solchem Zwang
Und Elend, jetzt vorhanden,
Dem Herren singen ein Gesang
Sogar in fremden Landen ?
Jerusalem, vergiss ich dein,
So wolle Gott, der G’rechte, mein
Vergessen in meim Leben,
Wenn ich nicht dein bleib eingedenk
Mein Zunge sich oben ane häng
Und bleib am Rachen kleben.

4. Ja, wenn ich nicht mit ganzem Fleiss,
Jerusalem, dich ehre,
Im Anfang meiner Freude Preis
Von jetzt und immermehre,
Gedenk der Kinder Edom sehr,
Am Tag Jerusalem, o Herr,
Die in der Bosheit sprechen:
Reiss ab, reiss ab zu aller Stund,
Vertilg sie gar bis auf den Grund,
Den Boden wolln wir brechen!

5. Die schnöde Tochter Babylon,
Zerbrochen und zerstöret,
Wohl dem, der wird dir gebn den Lohn
Und dir, das wiederkehret,
Dein Übermut und Schalkheit gross,
Und misst dir auch mit solchem Mass,
Wie du uns hast gemessen;
Wohl dem, der deine Kinder klein
Erfasst und schlägt sie an ein Stein,
Damit dein wird vergessen![3]