Caritaspräsidentin Eva Welskop-Deffaa spricht sich gegen eine allgemeine Impfpflicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus. Sie meint, man solle die Bedeutung einer Impfpflicht nicht überschätzen. Eine Impfpflicht sei dann verhältnismäßig, wenn sie mehr leistet als Schutz vor schwerer Erkrankung, etwa den Schutz vor Ansteckung Dritter. Da eine Coronaschutzimpfung das nicht erfüllt, „würde ich momentan keine allgemeine Impfpflicht einführen.“

aus: Katholisches Sonntagsblatt Nr.3, 16.01.2022, S.3

Jesuitenpater Klaus Mertes: „Dies führt mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedenfalls eher zu einem Nein zur allgemeinen Impfpflicht. Sie leistet nicht, was sie verspricht.“ Die Impfstoffe gegen Masern oder Pocken bieten einen dauerhaften Schutz vor Infektion. Das ist bei den Impfstoffen gegen Covid-19 nicht der Fall. Gerade bei neuen Mutanten bleibt die asymptomatische Infektiosität auch bei Geimpften erhalten, wie die Beispiele von Portugal und Irland zeigen, Länder, in denen trotz hoher Impfquote die Inzidenzen wieder hochschießen. Da eine Coronaimpfung nicht für alle einen effektiven Eigen- und Fremdschutz leisten kann, sollte eine allgemeine Impfpflicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht eingeführt werden.

aus: Publik-Forum Nr, 1, 14.01.2022, S.16/17