Bischof Georg Bätzing widerspricht Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Kardinal Müller hat die Corona-Schutzmaßnahmen kritisiert und gesagt, die Pandemie werde dazu genutzt, die Menschen „gleichzuschalten“. Der Kardinal benutzte Worte mit Anklängen an Verschwörungstheorien; er sprach von Versuchen, einen „Überwachungsstaat“ zu etablieren. Bischof Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, widersprach: „Ich teile seine Auffassung nicht und finde seine Wortwahl absolut unpassend, das geht gar nicht.“ Bätzing sieht in Müllers Äußerungen abstruse Ansichten, die eine Spaltung in der Gesellschaft befördern könnten. Bätzing betont, er sehe derzeit in der Gesellschaft keine Spaltung. Zwar gebe es eine Gruppe von Menschen, die nicht einverstanden ist mit den Corona-Einschränkungen. Sie gingen dafür auf die Straße, doch wenn es manchmal auch Tausende seien, gesamtgesellschaftlich seien es nur wenige. „Die weit überwiegende Mehrheit ist bereit, zu helfen und akzeptiert die Einschränkungen.“ Bischof Bätzing sieht die Aufgabe der Kirche in dieser Situation darin, für gegenseitiges Verstehen zu werben.

aus: Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 1 – 02.01.2022