Die Krippe in der Christkönigskirche ist ein Werk des Bildhauers Wilhelm Mayer. Als Gemeindemitglied fand er sich 1966 dazu bereit, eine besondere Weihnachtskrippe zu schaffen, die zum Betrachten und Nachdenken einlädt.

Vom Evangelium her ist diese Krippe ins Auge zu fassen. Es soll nicht diese oder jene Kunstrichtung dargestellt werden, sondern der Kern der biblischen Weihnachtsbotschaft.

Mitten im Alltag stehen diese Menschen. Man erkennt es an ihrer Kleidung. Man sieht es an ihren Werkzeugen und an der Art ihrer Beschäftigung. Nicht an einem besonderen Festtag, sondern an einem Tag wie jedem anderen wurde Jesus von Nazareth in Bethlehem geboren.

Eine Trennwand wird sichtbar. Gruppen entstehen. Nur die einen lassen sich ansprechen und herbeirufen, die anderen gehen zu sehr in ihrem augenblicklichen Tun auf und bleiben taub für den Anruf der Stunde. So finden sich schließlich nur Angehörige des niedrigen und verachteten Volkes und ein paar „ungläubige“ Heiden bei der Kruppe ein, während die „Großen“, die „Vertreter von Staat und Kirche“, die Repräsentanten von handel und Wirtschaft sowie des gesellschaftlichen Lebens fern bleiben.

Nur einzelne finden den Weg zur Krippe. Die Mehrzahl der Leute hat keine Zeit und keinen Sinn für das Kleine und Schwache, in dem Gott uns begegnet.

In der Annahme, dass es hier einiges zu überlegen und zu erkennen gibt, wünsche ich GRoß und Klein beim Betrachten der Weihnachtskrippe von Wilhelm Mayer den richtigen Blickwinkel, etwas Freude und genügend Zeit zum Nachdenklichen Verweilen. (Pfarrer Josef Schnitzer, 1934-2018)