In den Gottesdiensten zu Allerheiligen am 1. November (9 Uhr in Christkönig und 10.30 Uhr in St. Johannes) spielt Reiner Schulte die „Orgelmesse“ von Dominik Susteck. Das Stück ist erst in diesem Jahr (2021) komponiert worden und ist Teil des Projektes „Orgelmusik in Zeiten von Corona“, das der deutsche Musikrat initiiert hat.

https://www.orgel-corona.de/

Dominik Sustecks Interesse gilt der Musik und Spiritualität; in seiner „Orgelmesse“ verbinden sich die zwei Sphären zu einer höheren Botschaft: „Corona ist die Zeit, in der Gesang verstummt“, stellt Dominik Susteck fest und schlussfolgert: „Die Orgel muss die Messe ‚singen‘.“ Über einem tiefen Cis erheben sich im „Kyrie“ in den höheren Registern mysteriöse Stimmen in Terzen; strahlende Akkordpatterns und tremolierende Linien bestimmen das „Gloria“, während das „Credo“ zwischen extremen Tonhöhen aufgespreizt wird; im abschließenden „Sanctus“ gehen kraftvolle Akkordfolgen und fließende Tonserien eine irisierende Liaison ein. Angereichert wird die ohnehin schon virtuose Partitur noch durch performative Aktionen und abenteuerliche Geräusche: „Rasseln und Rappeln, Trakturen, Knistern und Flackern, Glockengeläut“ erweitern das tradierte Ausdrucksspektrum und die Spieltechniken des Instruments.

Mit seiner „Orgelmesse“ beweist Dominik Susteck, dass er nicht nur ein herausragender Interpret ist; indem er das Repertoire seines Instruments beständig erweitert und innovativ bereichert, zeigt der langjährige Organist der Kölner Kunst-Station Sank Peter, der 2021 den Fachbereich Kirchenmusik am Erzbistum Paderborn übernimmt, dass er auch als Komponist alle Register zu ziehen versteht.

Die Erstaufführung ist auch im Livestream zu hören:

https://www.youtube.com/c/KatholischeKircheBacknang/featured