Weihbischof Dominicus Meier, Vorstzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, und Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, fordern, Abschiebungen auszusetzen, wenn in den Heimatskändern Menschenrechtsverletzungen drohen. „Menschen dürfen nicht sehenden Auges in Gefahr gebracht werden“, so Dominicus Meier. Die Rückkehr von geflüchteten Menschen in ihr Herkunftsland müsse immer in Sicherheit und Würde erfolgen. „Das ist aktuell insbesondere in Afghanistan und Syrien keinesfalls gewährleistet. In diese Länder sollte niemand zurückgeschickt werden“, so Meier und Neher in ihrem Appell an die Innenministerkonferenz.
In Zeiten der Pandemie seien Abschiebungen noch weniger vertretbar. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie machten es Rückkehrern derzeit in vielen Ländern nahezu unmöglich, auf dem lokalen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. „Abschiebungen unter den Bedingungen der Coronapandemie sind verantwortungslos“, sagte Neher. „Allen abgeschobenen Personen droht Verelendung“, fügte Meier hinzu.

Quelle: taz, dienstag, 15.juni 2021