In der christlichen Spiritualität wird die Gottesmutter Maria als Sinnbild für die lebensbejahende Kraft des Frühlings verstanden und als „Maienkönigin“ verehrt. Nach der Winterpause erwacht die Natur zu neuem Leben und mit diesem Wunder des Frühlings wird Maria in Verbindung gebracht. Sie ist als Mutter Jesu, der den Tod besiegt, der Inbegriff eines neuen Lebens.

Die im Mai in den katholischen Kirchen gefeierten Andachten greifen diesen Gedanken auf, feiern die Kraft des Lebendigen. Die Maiandacht am Sonntag, den 30.05.2021 um 18 Uhr in der Christkönigskirche in Backnang hat sich dazu ein besondere Thema gesetzt: Sie erinnert an die Geschichte der vier „Lübecker Märtyrer“, die im November 1943 von den Nationalsozialisten in Hamburg umgebracht worden sind. Die drei katholische Priester Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink hatten offen Kritik am Unrechtsstaat der Nationalsozialisten geübt, und das in ökumenischer Verbundenheit. Für sie war dessen todbringende Ideologie mit ihren christlichen Überzeugungen unvereinbar.

Für die Gestaltung dieses Erinnerns hat das Kuratorium der Katholischen Sozialstiftung den Rottenburger Domkapitular Thomas Weißhaar gewinnen können, der schon in einem früheren Gottesdienst in Backnang an den von den Nazis verbannten Bischof Johannes Baptista Sproll erinnert.

Dazu erklingt Musik aus dem Umfeld der Lübecker Märtyrer, aus dem Lübeck der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Zu hören sind unter anderem Geistliche Konzerte von Hugo Distler, dem Kantor an der Lübecker Jacobikirche, und die Totentanz-Toccata von Walter Kraft, Organist an der Lübecker Marienkirche. Es singt die Sopranistin Cornelia Heil begleitet von Reiner Schulte an der Orgel.

https://www.luebeckermaertyrer.de/de/index.html