Von Klaus Herberts

Heute ist Frühlingsanfang! Hoffentlich haben Sie es heute Morgen beim Blick aus dem Fenster bemerkt. Wenn nicht, dann gehen Sie doch gleich noch einmal ans Fenster, öffnen es, schauen, fühlen und hören hinaus. Hören Sie es? Ganz leise? „I see trees of green, red roses too. I see them bloom for me and you, and I think to myself: What a wonderful world.” (Ich sehe grüne Bäume, auch rote Rosen. Ich sehe sie blühen für mich und dich, und ich denke mir: Was für eine wundervolle Welt.) So sang einst Louis Armstrong: „What A Wonderful World“.

Vielleicht mag der eine oder die andere denken: Corona, Klimawandel, Ungerechtigkeit – was ist daran wundervoll? Ich meine, das ist eine Frage des Blickwinkels. Auch Louis Armstrong erlebte nicht nur die Sonnenseite des Lebens: Er wuchs in sehr armen und familiär schwierigen Verhältnissen auf, verbrachte seine Jugend in einer Obdachlosenanstalt. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er nicht mehr Trompete spielen und sang daher. Dazwischen lagen zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise sowie die Diskriminierung als Farbiger. Es war nicht alles rosarot. Und dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – sang er ein Plädoyer dafür, den Blick vor allem auf das Positive und Schöne zu richten und daraus Kraft zu schöpfen.

Armstrong erzählt von der Schönheit der Welt und von den Glücksmomenten im alltäglichen Leben. Das Ziel des Liedes ist es, einen Gegenpol zur bedrückenden Situation zu schaffen. Daher besingt er das Wundervolle im Alltag – trotz all den kleinen und großen Problemen im Leben.

Stehen Sie doch immer wieder einmal auf und gehen Sie ans Fenster – insbesondere, wenn Sie im Homeoffice viele Videokonferenzen zu bewältigen haben (der Rücken freut sich). Nehmen Sie sehend, hörend, riechend all das Schöne wahr: Sonne, Wind, Wolken (egal ob weiß oder grau), Regen, einen Schmetterling, spielende Kinder, Bäume (die noch grün werden), Vogelgezwitscher darin, lächelnde Menschen …

„Ich sehe den Himmel und die Wolken … und ich denke mir: Was für eine wundervolle Welt.“ Für mich scheint dabei der Schöpfer durch: Herr, wie herrlich sind deine Werke! (Psalm 104)

aus: BKZ 20.03.2021