Die Reihe der Kirchenkonzerte in den Katholischen Kirchen in Backnang geht weiter, wenn auch nur als Livestream auf Youtube. Am 8. Mai spielt Reiner Schulte in der Christkönigskirche eine „Musik zur Blauen Stunde“. Das Konzert beginnt, wie die Blaue Stunde, mit Sonnenuntergang um 20.51 Uhr und dauert bis 21.28 Uhr.

Der Livestream auf Youtube startet bereits 5 Minuten vor dem Konzert. Den Link zum Konzert ist auf www.katholisch-backnang.de zu finden, der Livestream erfolgt dann über den Youtubekanal der Kirchengemeinde. Bei technischen Fragen zum Empfang des Konzertes per Livestream kann gern Regionalkantor Reiner Schulte kontaktiert werden (07191-732604, reiner.schulte@katholisch-backnang.de). Um den Orgelklang angemessen hören zu können, wird empfohlen, gute Lautsprecher oder einen Kopfhörer zu verwenden.

Am 8. Mai 1945 endete formal der Zweite Weltkrieg. Das Konzert will mit europäischer Orgelmusik an dieses Datum erinnern. Überschrieben ist das Konzert mit einem Vers aus den Klageliedern des Jerimia: „Wie liegt die Stadt so wüst“. Zu hören sind französische, englische, niederländische und deutsche Orgelwerke von Bezler, Alain, Sweelinck, Jones und Langlais. Dazu werden Bilder aus Backnang aus der Zeit um 1945 gezeigt, die das Stadtarchiv Backnang zur Verfügung gestellt hat.

Willibald Bezler hat 2007 unter dem Titel „Klagelied“ ein expressives, viersätziges Orgelwerk über Textstelle aus dem Klageliedern Jeremiae geschrieben. Das biblische Motto des ersten Satzes, „Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war!“ wird von Willibald Bezler in sprechende, ausdrucksvolle Klangbilder verwandelt.

Jehan Alain hat in seinem kurzen Leben eine unverwechselbare Klangsprache geschaffen. 1940 ist er in einem Einsatz gegen deutsche Truppen gefallen. Litanies ist sein vielleicht bekanntestes Werk. Es ist eine insistierende, sich stetig steigernde Anrufung. Alain selbst liefert den Schlüssel zu seiner Musik: „Wenn die christliche Seele in der Not keine neuen Worte mehr findet, um Gottes Barmherzigkeit zu erflehen, wiederholt sie dieselbe Anrufung immer wieder, einmal vehement. Die Vernunft stößt an ihre Grenzen. Nur der Glaube setzt seinen Aufstieg fort.“

Jan Pieterszoon Sweelinck war die überragende Gestalt der europäischen Orgelmusik um 1600. Am Vorabend des 30-jährigen Kriegs komponiert er seine Variationen über „Da pacem Domine“/„Verleih uns Frieden“. Und Robert Jones Stück „St Anne“ basiert auf einem Choral, der in England bei Veranstaltungen zum Kriegsgedenken häufig gesungen wird. Das Stück selbst ist in Erinnerung an den Frieden 1918 entstanden. Das Konzert endet mit Fêtes/„Fest“ von Jean Langlais, 1945, unmittelbar nach Kriegsende in Paris entstanden.

Hier finden Sie das Programmheft.