Als „lebensunwertes Leben“ wurden im Dritten Reich Menschen mit Behinderungen bezeichnet. Die Geschichte eines zuletzt 15 jährigen Jungen, der nicht behindert, sondern „Jenischer“ war, wurde durch den leitenden Arzt des Kinderheimes vor circa zehn Jahren entdeckt, in den Akten von Irsee, bei Kaufbeuren. Robert Domes, Journalist in Augsburg, hat viele Jahre die Akten studiert, die ihm Dr. Michael Cranach zur Verfügung gestellt hat. Es ent-standen ein Buch, das auch in unserer Pfarrbibliothek zu leihen ist, ein Hörbuch und ein Film, der 2016 in unserm Kino lief. Die Nähe zu Back-nang ist dadurch gegeben, dass die Schwester des Jungen bei uns lebt, Robert Antretter aus unserer Gemeinde den Schriftsteller und Dr. Cranach kennt und dass solche Verbrechen auch in unserer Nachbarschaft stattfanden und Einrichtungen wie Winnenden und Mulfingen betroffen waren. Zudem hat das Thema Euthanasie für Dr. Cranach nun einen kritischen Klang, auch für unsere Zeit.

Zum Film und nach einer Pause zum Vortrag und Gespräch mit Dr. Michael Cranach laden wir am Freitag, 2. November ins Technikforum ein. Eine Leseempfehlung ist das Buch allemal, weil es wirklich gut recherchiert und spannend zu lesen ist. Freilich, es macht auch sehr betroffen. Sie finden dazu Infos auch im Internet unter: „Nebel im August“.

Wolfgang Beck